Als ich dieses Heft bis zum Ende gelesen hatte, machte ich das einzig richtige und begann sofort wieder mit der ersten Seite. Denn kurz machte es „Bumm“ – das Zeichen, dass das Heft gleich mal wie eine Bombe einschlug. Auch wenn nicht viel von den besuchten Spielen an sich geschrieben steht, so entschädigt doch das Drumherum voll und ganz. TedStriker hat mit seinem Heft ein Tagebuch der besonderen Art geschrieben, bei dem er es exzellent schafft den Leser mit auf seine Reise zu nehmen. Spätestens während seiner Fahrt mit einem Fahrrad durch Beijing saß ich gedanklich auf dem Gepäckträger. Oder als er am Baikalsee einem Pärchen das Essen vom Teller klaute.
Insgesamt führt das Heft mit 72.158 Wörtern über 100 Seiten von Greifswald an das Gelbe Meer. In elf Kapiteln erzählt TedStriker von einer im Westen oft unbekannte Welt. Denn wie viele Deutsche können schon von sich behaupten ohne dem Flugzeug, sondern nur mit dem Zug, Auto, Bus, Fahrrad oder den eigenen Füßen sich über 34.587 Kilometer fortzubewegen? Rein äußerlich macht das Heft nicht viel her. Schnödes schwarz-weiß Design, Texte einfach mit Word zusammengeschustert, hier und da ein paar Bilder eingefügt. Doch gerade solch ein schlichtes Heft lenkt den Blick auf das Wesentliche: den Inhalt, den Text. Fazit: Beide Daumen nach oben und lesen, lesen, lesen, lesen, lesen, lesen und nochmals lesen!!!!!!!!

(Kopane.de)


 

Es ist alles eine Frage der Perspektive. Martin Czikowski weiß das und hat sie angetreten, EINE REISE DORTHIN; WO DER OSTEN SCHON WIEDER WESTEN IST. 73 Tage im tiefen Osten, in Russland und China, vor allem aber an den äußeren Rändern des ehemaligen Sowjetreichs. In Kasachstan staunt er nicht schlecht über einen Fanblock voll mit Armeesoldaten und mitreisenden Singvögel in einem Reisebus, in Usbekistan schnarchen sechs Reisende in den vier Betten des engen Schlafwagens und Dinamo Kattakurgan verliert gegen Olimschon Akbarow Jaipan mit 1:2.

(11 Freunde, November 2008, Ausgabe 84, Seite 92)


 

 ...um zu so bemerkenswerten Erkenntnissen zu kommen wie Ted Striker: "Und so ließ ich mich also weitertreiben vom Fluss, der sich Leben nannte, und der mich immer näher zu seinem Mündungsdelta spülte, welches die Meere namens Pech und Glück speiste. Oberflächlich glichen sich beide Gewässer, die Gewissheit aber, in welchem ich schließlich landete, bekam ich erst rückblickend."

Wer wissen will, wo der junge Groundhopper gewässert hat, investiere drei Euro und erstehe EINE REISE DORTHIN, WO DER OSTEN SCHON WIEDER WESTEN IST. Einhundert Seiten geheftet, definitiv ein Sammlerstück.

(Schalke Unser, Ausgabe 60, S. 64-65)


 

 
Ein Klassiker liegt hier gerade vor mir. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich das Heft fast in einem Rutsch durchgelesen habe.  Ted Striker macht sich im Jahr 2007 auf eine 73tägige Reise, die ihn von Greifswald bis an das Gelbe Meer und von dort auf einer Alternativroute wieder zurück in die Hansestadt führt. 34587 Kilometer insgesamt, selbstverständlich ohne Flugzeug. Da sind Abenteuer garantiert. Die besuchten Fußballspiele auf der Reise werden in kurzen Blöcken abgehandelt und das ist auch richtig so, denn viel passiert nicht auf den Plätzen und Rängen zwischen HGW und China. 
 
Der Fokus liegt eher auf dem Rest und hier wird der Leser mitgenommen auf einen Trip der Extraklasse. Nicht nur die Bahnfahrten in der Bretterklasse sind interessante Erfahrungen, sondern auch in vielen Herbergen warten einige Überraschungen, die zum Teil sogar gefährlich sein können. Ich will jetzt gar nicht zu sehr ins Detail, aber trotzdem ein paar Abschnitte aufzählen, die mir persönlich am besten gefallen haben. Da wären zum Beispiel der Ausflug zum Aralsee, der Baikalsee in seiner ganzen Schönheit, die weiten Landschaften Sibiriens und die Abenteuer in Kirgisien und Tadschikistan. An ein besonderes Fußballspiel kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. Da hat man auch den Beweis, worum es in dieser Lektüre geht.
 
 
Die Reise wird im schlichten Heft mit ein paar Fotos dokumentiert. Da das natürlich nicht annähernd ausreichend ist, bietet der Autor über 200 weitere Impressionen auf seiner Homepage an.
 
Beim Schreiben dieser Zeilen verspüre ich gerade wieder die Lust das Fanzine nochmal zu lesen. Langweilig wird es garantiert nicht. Für Interessenten zähle ich gerne mal die Zwischenstationen auf. Alleine schon diese bei Google Maps zu verfolgen macht Spaß.
 
Greifswald, Lwow, Moskau, Nischni Nowgorod, Saransk, Kasan, Moskau, Aktobe, Aral, Almaty, Taschkent, Samarkand, Buchara, Nukus, Chiwa, Samarkand, Pandschakent, Duschanbe, Osch, Bischkek, Karakol, Bischkek, Taras, Almaty, Ürümqi, Xian, Beijing, Shanhaiguan, Jinzhou, Manzhouli, Tschita, Ulan-Ude, Irkutsk, Wolgograd, Sotschi, Krim, Oleksandrija, Nikolajew, Lwow, Greifswald.
 
Lust bekommen? Dann kann ich euch sagen, dass es aktuell eine Neuauflage im Taschenbuch-Format gibt, die im NOFB-Shop erhältlich ist. Kaufempfehlung? Na klar!
 
(http://rezensione.blogspot.de)