Unsere erste Buch bzw. Heftrezension bezieht sich auf ein etwas älteres Groundhopping-Heft mit dem Namen "Grütze plus Sahne".

Ich hab es mir direkt nach dem Buch "Eine Reise dorthin, wo der Osten schon wieder Westen ist" gegönnt, da mich Schreiber Martin Czikowski, alias TedStriker, dort mit seinen interessanten Erzählungen rund um seine Reise ans gelbe Meer regelrecht zwang, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Ich war nun gespannt, was es von seinen im Vergleich zum Buch "kleineren Touren" zu berichten gab. Ich lud es mir auf seiner Homepage hyperfantastisch.de herunter und nahm es mit in den Italien-Urlaub.
Grütze plus Sahne ist die dritte Auflage des Ursprungsheftes Grütze mit Sahne, hat 96 Seiten und neben TedStriker, steuern RalleRalinski (bekannt vom Heftchen-beim Fussball unterwegs) und der Budapester Gastberichte bei.

Das Heft liefert Reiseberichte aus den Jahren 2002 - 2006, die die Autoren nach Polen, Lettland, Estland, ans Nordkap, Slowenien und weitere Länder führen.

Der Schreibstil weiß aufgrund der detaillierten Beschreibungen der Reiseplanungen oder der Anfahrten zu den Spielen zu gefallen, da die Erlebnisse rund um die Spiele deutlich im Vordergrund stehen und ich mir bei der ein oder anderen Textpassage ein kurzes Lachen nicht verkneifen konnte. Besonders in Erinnerung blieben mir die Anekdoten zu den zahlreichen Grenzüberquerungen oder die inneren Unruhen des Autors, die zu mehreren Gipfelstürmen führten.

Dieses Heft ist ein schöner Kontrast zu neueren Heften, da hier Erlebnisberichte aus einem Zeitraum beschrieben werden, in dem man persönlich noch nichts mit Groundhopping am Hut hatte. 

(OBERSCHLAUE HOPPER)


 

GRÜTZE MIT SAHNE ist ein lupenreines Groundhopper-Fanzine, wie Macher Martin Czikowski gleich zu Beginn feststellt: "Es fehlt ein Quotensuffbericht und eine dinstanzierte und kritische Betrachtung meines Tun und Handelns." Stattdessen fährt Martin seit Jahren durch viele Osteuropäische Kleinstädte mit merkwürdigen Namen. Und was man da alles erlebt, beim Warten in Odessa auf die Schwarzmeerfähre ("Der Imbiss erstatte mitunter das Rückgeld in Form von Feuerzeugen.") und auf der Fähre selbst, die eigentlich um 23 Uhr starten sollte ("Am nächsten Morgen kurzer Blick aus dem Bullauge: Eine andere Fähre fuhr direkt neben uns. Die kam mir aber bekannt vor. Ein Blick nach rechts, entweder fuhr der ganze Hafen auf einer noch größeren Fähre mit nach Georgien, oder unser Schiff hatte noch gar nicht abgelegt."). Eher letzteres.

(11 Freunde, September 2007, Ausgabe 70, Seite 100)