Hinweis: Dieses Heft ist nichts für Personen, die nur wegen Ultra ins Stadion gehen!

Bruharharharharharhar…..jetzt geht’s scharf! Ralmännel, du hast doch sicherlich schon sehnsüchtig drauf gewartet.

Also dein Heft, deine getackerte Blattsammlung, 24 A4-Blätter, beidseitig im A5-Format bedruckt, mit viel Text und einigen Bildern, komplett in Schwarz und Weiß und eigentlich auch Grau, also das……also das…..also das geht ja mal gar ni! Wo sind die großen Spiele mit 50 Ultragruppen mit je zwölf Mitgliedern, die unabhängig voneinander tausend und eine Strophen eines Liedes ins Stadion flüstern. Wo sind die großen Choreographien, die Weltfußballer um Ronaldo, Rivaldo, Özil und, um die Reihe entsprechend der Qualität der Spieler fortzusetzen, Ailton, Fernando Nuigerra und Mike Möllensieb? Wieso fehlen die großen Ultratheorien, wie schnell und in was für einen Winkel man die Schwenkfahnen zu wedeln hat? Der sogenannte Ultrakopter. Und wie lautet eigentlich deine Begründung den Leser nichts über das Belgrader Derby, Basel – Zürich, Wiener Schmäh und/oder der Welthauptstadt des Fußballs Buenos Aires zu berichten? Hackts? Warum fährst du zu irgendwelchen Haferspielen in und um Düsseldorf/Ruhrpott und wahlweise bissl Tschechien und Hansa? Das will doch kein(e) Mensch/Mann/Frau/Person/Alien lesen, der/die/das sich mit Ultra auseinander setzt! Das lesen doch maximal irgendwelche Kaputten, die lieber ein Spiel in den Niederungen des Fußballs dem sogenannten Profi(t)fußball vorziehen. Wenn auch nicht immer, aber immer öfter. Also der Kappa, der Pasa und ich. Aber sonst? Wer noch? Vielleicht der Görti, der TedStriker und du? Aber wer, wer gottverdammt noch mal noch? Antwort: Genug Personen die noch wissen, was richtiger Fußball, sogenannter Lokalsport ist, und sich nicht immer das Portemonnaie und Konto für eine Eintrittskarte leeren lassen wollen und die auch keinen Bock auf die, zum Teil aufgesetzte, Ultra- und „Fußballer sind Helden und Stars und Stadien = Arenen“-Scheiße haben.

Als ich dein Heft gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass du eigentlich noch viel mehr sinnlose Fußballspiele schaust als ich. Fetzt. Textlich gut verpackt mit einem gewissen Humor: Daumen nach oben. Für Kurzweil ist in deinem Heft gesorgt. Ob die dicken Kinder von Duisburg die Steine essen, FC Kray II – SV 09/19 Kupferdreh oder diverse Zitate, die du ja nicht wenig einfließen lässt: es passt alles gut zusammen. Allerdings nichts für Personen (übrigens Bremen und Co.: man(n) und dieses _innen-Gedöns kann man auch umgehen, indem man(n)_innen Personen schreibt. Auch mensch statt man nervt gehörig, stört den Lesefluss und ist einfach nur Gutmenschentum!), die nur wegen Ultra und nicht wegen Fußball ins Stadion gehen.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Lese- und vor allem Kaufempfehlung für das Heftchen. Überwiegend sind die Spielberichte zwar wirklich nur von solchen Kracherspielen aus den Ligen unterhalb der 6. Liga, doch sind sie allemal lesenswerter als ein Spielbericht zum Belgrader Derby, bei dem die Aktivitäten auf den Rängen bis ins letzte Detail auseinander genommen werden. Wer so einen Bericht mal lesen will, bei dem es nur noch um Ultra geht, der fragt mal bei den Horidos aus Fürth an und bittet darum mal den Bericht von Silonation aus Dortmund zum Spiel SpVgg Fürth – Eintracht Frankfurt zukommen zu lassen. Ich hätte mich fast beim Lesen übergeben. Eigentlich hab ich es. Verbal.

Heftchen. Beim Fußball unterwegs… – eine Wohltat für den geneigten Fanzineleser. Kaufen, tauschen oder leihen – auf jeden Fall lesen! (goju)

(Kopane.de)


 

Aus dem Hause ralman.de kommt dieses Heft. „Große“ Spiele wie das Belgrader Derby werden nicht besucht und trotzdem schafft es ralman die sogenannten Gurkenspiele aus sogenannten Bummsligen textlich ordentlich zu verpacken. Der Daumen für dieses humoristisch wertvolle Heft geht nach oben. Kaufen und lesen.

(Abhaun!, Ausgabe 4, Dezember 2011, Seite 113)


 

„Es sei denn, Du hast erwartet, dass Du nun ein Fußball-Heftchen in den Händen hältst; mit Geschichten über die abenteuerlichsten Reisen zu den exotischsten Spielen auf diesem Planeten, mit Berichten über bunte Kurven und tobenden Mobs, mit Beschreibungen von großartigen Fußballtempeln und brillanten Ballzauberern. Mmh, ja, nee, dann wirst Du wahrscheinlich enttäuscht sein…“
Es gibt Einleitungen, nach denen will man einfach nur noch lesen. Die im „Heftchen“ gehört definitiv dazu. Die Berichte in diesem s/w gehaltenen Heft sind einfach nur genial. Sinnlos-Spiele en masse. Bisschen Tschechien, bisschen Hansa. Ansonsten viel unterklassiger Schmarrn, dessen Faszination so richtig kaum einer verstehen will. Doch alleine dafür bin ich umso dankbarer für die Zeilen, die der ralman der Nachwelt hinterlassen hat. Ich lese 1000x lieber die zehn besten Polizeiwitze als mir durchlesen zu müssen, wie oft welche Schwenkfahne in der Luft war. Auch wenn die meisten Ultra-Zines durchaus nett zu lesen sind (sieht man ja an den Rezensionen meinerseits), es gibt diesen Moment, in dem es einfach nur noch nervt. Lass Ultra mal Ultra sein und kümmert euch um Fußball. Und in diesem Moment kommt das „Heftchen“ und rettet den Tag. Anders kann man es nicht sagen. Danke ralman!
Achso: Aus Beuchaer Porphyr dürfte das Völkerschlachtdenkmal sein. Und grüß Rolpf!

(Der kleine Zeitvertreib, Ausgabe 7, Januar 2012, Seite 117)